Black Friends                   Manchester Terrier0
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Würfe

Gedanken, die wir unseren  neuen "Eltern" mitgeben wollen, mit freundlicher Genehmigung von Sigrid Schneider, Zwinger "Black Hurrican's"

 

Der Welpe zieht ein

Sie sollten sich bewusst machen, dass der Umzug für den Welpen ein einschneidendes Erlebnis ist. Er wird von allem getrennt, was bisher seine Hundewelt ausmachte. Er muss sich an eine neue Umgebung anpassen und hat noch dazu sämtliche Freunde (Geschwister, Mutter und "seine" Menschen) verloren.

Wenn Sie Ihren Welpen nach Hause holen, sollte die künftige Transportbox schon im Auto (auf dem Rücksitz) sein, da die Kleinen daran gewöhnt sind und sich darin sicher fühlen. Im Auto sollte sich jemand neben die Box setzen, damit der Hund merkt, dass er nicht allein ist. Sollte der Welpe jammern, bitte einfach ignorieren. Sie  würden seinen Kummer nur bestätigen.

Im neuen Zuhause sollte alles vorbereitet sein. Der Korb sollte an seinem Platz (nicht an Durchgängen, zugfrei) stehen. Futter- und Wassernapf sollten bereit sein. Der Wassernapf muss für den Hund gut zu erreichen sein (bei uns gibt es im Sommer drei Trinkstellen: eine auf dem Balkon, eine vor dem Haus auf der Nordseite und eine auf der Südseite). Sie bekommen von uns ein Tuch oder ein Bett mit, das bereits im Auslauf lag und das nach Mutter und Geschwistern riecht. Das Tuch/Bett legen Sie in den ersten Nächten in die Transportbox (Schlafhöhle), damit der vertraute Geruch vorhanden ist. Stellen Sie die Box (Gitter zumachen) in der ersten Zeit am besten neben Ihr Bett, damit der Welpe nicht allein ist und Sie ihn sofort hören. Da der Welpe sein "Bett" nicht beschmutzen will, wird er sich melden, wenn er Pipi machen muß. So erleben Sie am Morgen keine Überraschungen. Nach und nach können Sie die Box später an den endgültigen Schlafplatz rücken. Sollte der Welpe bei Ihnen im Bett schlafen dürfen, wird er dieses auch nicht verschmutzen sondern sich melden.

Zu Hause angekommen, sollten Sie dem Welpen Gelegenheit geben, sein neues Heim zu erkunden. Zuerst bringen Sie ihn nach draußen, damit er nach der Fahrt sein "Geschäft" verrichten kann. Dies kann auch etwas dauern, wenn der kleine Zwerg aufgeregt ist, hat er  vielleicht wichtigeres zu tun. Wenn er sich seinen neuen Lebensraum angeschaut hat, sollte der Welpe sein Futter bekommen und dann ein kleines Nickerchen machen. Er darf aber auf keinen Fall allein gelassen werden, wo er doch gerade von Mutter und Geschwistern getrennt wurde. Sobald der Hund aufwacht, bringen Sie ihn nach draußen, damit er "Pipi" machen kann. Das sollte nach jedem Aufwachen sofort erfolgen, damit er schnell stubenrein wird. In der Lernphase sollten Sie immer kleine Leckerlis parat haben, mit denen Sie den Welpen nach dem Lösen sofort belohnen. Am besten immer den selben Ausgang benutzen, damit der Hund lernt, wo er sich bemerkbar machen muß. Ist doch mal ein Mißgeschick passiert: ignorieren und aufputzen. Auf gar keinen Fall den Hund bestrafen, denn er kann nichts dafür, dass Sie nicht aufgepasst haben. Generell sollte erwünschtes Verhalten belohnt werden und unerwünschtes Verhalten ignoriert werden. Der Hund wird immer das Verhalten zeigen, für das er belohnt wird. Je seltener der Hund gezwungen ist, sich im Haus zu erleichtern, um so  schneller wird er endgültig stubenrein.

Wenn der Welpe sich eingewöhnt hat (nach ca. 1 Woche), sollten Sie mit der Welpenspielgruppe beginnen. Es ist äußerst wichtig, dass er in der Prägephase (bis 16 Wochen) so viel wie möglich kennen lernt, sonst haben Sie später einen total ängstlichen und unsicheren Hund. Eine gute Hundeschule trainiert nicht nur auf dem Hundeplatz (da lebt Ihr Hund schließlich nicht), sondern auch in fremdem Gelände und in der Stadt (Fahrten mit Bus und Bahn, Restaurantbesuch, usw.). Nur so wird Ihr Hund "alltagstauglich". Nehmen Sie den Kleinen möglichst immer und überall mit. Hier leistet eine faltbare Hundebox gute Dienste. Vielleicht hatten Sie schon einmal einen Hund und sind der Meinung, dass Sie alleine klar kommen. Sicher kann ein erfahrener Hundemensch dem Hund beibringen, wie er sich Menschen gegenüber zu verhalten hat. Die Sprache der Hunde und das richtige Verhalten gegenüber anderen Hunden, kann auch der erfahrenste Trainer nicht ohne andere Hunde lehren. Das Argument "er hat eh viele Spielkameraden" lasse ich auch nicht gelten. Ein junger Hund muss raufen und kämpfen. Und dazu braucht er gleichaltrige Partner! Er muss lernen zu verlieren und er muss auch das Gefühl des Gewinnens erleben dürfen. Der Hundetrainer der von Ihnen gewählten Hundeschule sollte jederzeit ein offenes Ohr für Ihre Probleme haben und weiterhelfen. Wird dort nicht auf jeden Hund, bzw. jede Rasse speziell eingegangen, sondern heißt es "Hund ist Hund", verlassen Sie schleunigst das Gelände. Leider darf sich jeder Mensch Hundetrainer nennen, aber nur wenige sind wirklich gut geschult und fähig, Sie im Umgang mit dem Hund anzuleiten.

Ideal ist es, wenn Sie nach der Welpenspielgruppe noch Erziehungskurse besuchen. So können Sie auf dem bereits Erlernten aufbauen. Außerdem haben Sie so die Möglichkeit unter Ablenkung durch viele Hunde und Menschen seinen Gehorsam und sein gutes Sozialverhalten zu festigen. Der Manchester-Terrier ist ein sehr sportlicher und gelehriger Hund, sehen Sie sich auch an, was die Hundeschule sonst an Aktivitäten anbietet. Agility und Dog Dancing sind z.B. Sportarten, die er mit Begeisterung  macht! Bitte vergessen Sie nicht, dass Hunde früher eine Aufgabe hatten (als Wach- oder Hütehunde). Wenn man einen Hund nicht auslastet, wird er sich selbst eine Aufgabe suchen. Für gewöhnlich wird diese nicht mir Ihren Vorstellungen harmonieren.

Achten Sie darauf, dass absolut nichts erlaubt wird, was Ihr Hund später nicht darf. Was bei einem Welpen ja so niedlich ist, wird bei einem erwachsenen Hund schnell zum Ärgernis und zur Gefahr. Es ist viel einfacher, einem Hund etwas zu lernen, als ihm etwas abzugewöhnen! Jeder Hund schläft gerne im Bett und die unterwollefreien Manchies ganz besonders gerne. Der Hund kann es aber nicht verstehen, wenn er es als Welpe darf und dann plötzlich nicht mehr! Einmal Bett - immer Bett (wobei nichts dagegen spricht, dass ein sauberer Hund seinen Schlafplatz im Bett des Besitzers hat)!

Ganz wichtig ist es, dass Ihr Welpe eine enge Bindung zu Ihnen aufbaut. Je älter er wird, desto selbständiger wird er. Wenn die Bindung nicht stimmt, werden Sie ihn kaum abrufen können wenn er etwas Interessantes entdeckt hat. Das kann vor allem in der Nähe von Straßen fatale Folgen haben. Auch in Gebieten mit Wild lauert die Gefahr. Die Jäger gehen heute oft sehr rigoros gegen unangeleinte und wildernde Hunde vor, da immer wieder Wild von freilaufenden Hunden gerissen wird. Also machen Sie sich für Ihren Hund so interessant, dass er Sie spannender findet als alles in seiner Umgebung.

Bei allem was Sie mit Ihrem Hund trainieren, hören Sie auf, wenn der Hund noch hoch motiviert ist, damit er beim nächsten Mal wieder begeistert mitmacht. Schließen Sie bei allen Übungen mit einem Erfolgserlebnis ab und belohnen Sie den Hund. Lob und Belohnung sollten innerhalb von maximal 2 Sekunden erfolgen, da der Hund es sonst nicht mit der Leistung verknüpfen kann. Bedenken Sie immer, ein Lob bewirkt mehr als tausend Tadel!

Sehr wichtig ist es, dass Sie niemals Konsequenz mit Härte verwechseln. Es würde das Vertrauen des Hundes zu Ihnen zerstören.

Konsequenz bedeutet, dass immer das Gleiche passiert. Ein Beispiel: am Zebrastreifen muss der Hund sich hinsetzen und darf erst beim Kommando "Komm" oder "Fuss" die Straße betreten. Sie haben dies jetzt vielleicht 20 mal geübt, der Hund beherrscht es perfekt. Jetzt kommt ein Auto und hält an, bevor der Hund sitzt. Winken Sie das Auto weiter und lassen Sie den Hund hinsetzen. Wenn Sie den Autofahrer nicht warten lassen wollen und deshalb schnell über die Straße gehen, müssen Sie jetzt mindesten 50 mal wieder üben, bis es wieder fest im Hund verankert ist! Inkonsequenz zerstört Ihre mühsame Erziehung!

Wenn Sie mit einer Riesenportion Liebe und Geduld die Erziehung Ihres Welpen in die Hand nehmen, werden Sie einen wunderbaren und treuen Freund fürs ganze Hundeleben bekommen. Genießen Sie mit Ihrem Hund die wunderschöne, unwiederbringliche Welpenzeit, denn sie geht leider viel zu schnell vorbei.

Ein guter Züchter legt bei seinen Welpen den Grundstein, auf den Sie aufbauen können. Ob aber aus einem gut geprägten Welpen auch ein gut erzogener, wesensfester Hund wird, liegt ab dann alleine in Ihren Händen.

Wenn Sie Probleme mit einem meiner Hunde haben, stehe ich ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite. Meine Verantwortung für einen von mir gezogenen Welpen dauert sein ganzes Leben an!